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Achromat: Definition und Bedeutung in der Mikroskopie

Der Achromat steckt in fast jedem Einsteigermikroskop – hier erfährst Du, was er kann und wann ein besseres Objektiv sinnvoll wird.

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Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Ein Achromat ist ein Mikroskopobjektiv, das den Farbfehler für zwei Wellenlängen (meist Rot und Blau) ausgleicht. Er liefert ein gutes Bild im Zentrum des Sehfelds und ist die günstigste, am weitesten verbreitete Objektivklasse.

Inhalt
  1. Wie ein Achromat den Farbfehler zähmt
  2. Was Du im Bild davon siehst
  3. Achromate im Datenblatt erkennen
  4. Verwandte Begriffe

Ein Achromat ist ein Objektiv, bei dem der Farbfehler der Linsen für zwei Wellenlängen ausgeglichen ist, in der Regel für einen roten und einen blauen Spektralbereich. Er bildet die Standardausstattung der meisten Schul-, Kinder- und Einsteigermikroskope.

Wie ein Achromat den Farbfehler zähmt

Glas bricht blaues Licht stärker als rotes. Eine einzelne Sammellinse erzeugt deshalb farbige Säume um jedes Detail, die chromatische Aberration. Im Achromaten ist eine Sammellinse aus Kronglas mit einer Zerstreuungslinse aus Flintglas verkittet. Beide Gläser verteilen die Farben unterschiedlich stark, ihre Fehler heben sich für Rot und Blau weitgehend auf. Für Grün bleibt ein kleiner Restfehler, das sogenannte sekundäre Spektrum. Auch der Kugelgestaltfehler ist meist nur für eine Farbe korrigiert, üblicherweise Grün.

Was Du im Bild davon siehst

An kontrastreichen Kanten, etwa an den Zellwänden eines Zwiebelhäutchens, zeigt sich manchmal ein feiner gelb-violetter Saum. Im Bildzentrum ist die Schärfe gut, zum Rand hin lässt sie nach, weil ein einfacher Achromat das Bildfeld nicht ebnet. Wer das stört, findet beim Planobjektiv eine Lösung.

Typische Achromate im Überblick

BeschriftungÜbliche AperturEinsatz
4x0,10Übersicht, Präparat finden
10x0,25Gewebe, Pflanzenschnitte
40x0,65Einzelne Zellen, Pantoffeltierchen
100x Öl1,25Bakterien, feinste Strukturen

Die Werte sind übliche Größenordnungen; maßgeblich ist immer die Gravur auf dem Objektiv. Die numerische Apertur verrät dabei mehr über die Bildqualität als die Vergrößerung.

Gut zu wissen: Für Zwiebelhaut, Heuaufguss oder Mundschleimhaut reicht ein Achromat völlig aus. Die Farbsäume fallen erst auf, wenn Du das Bild mit einer Kamera aufnimmst und am Bildschirm vergrößerst.

Achromate im Datenblatt erkennen

Hersteller schreiben den Begriff selten aus. Auf dem Objektiv stehen meist nur Vergrößerung und Apertur, etwa „10x/0,25“. Fehlt ein Zusatz wie Plan, Apo, Fluor oder Semi, handelt es sich in aller Regel um einen Achromaten. Im Datenblatt lohnt der Blick auf die Formulierung „achromatische Objektive“. Bei sehr günstigen Geräten fehlt diese Angabe oft; dann ist unklar, wie gut die Farbe korrigiert ist, und eine Nachfrage beim Hersteller hilft. Du erkennst die Korrektur auch im Bild: Betrachte eine dunkle, scharfe Kante, etwa den Rand eines Haares. Ein schwacher Farbsaum ist normal, kräftige bunte Ränder schon bei kleiner Vergrößerung sprechen für fehlende Korrektur.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Was bedeutet „Achromat“ auf dem Objektiv?

Die Gravur zeigt, dass das Objektiv den Farbfehler für zwei Farben korrigiert. Steht kein weiterer Zusatz wie „Plan“ oder „Apo“ dabei, handelt es sich um die Grundausführung mit gewölbtem Bildfeld.

Reicht ein Achromat für Hobby und Schule?

Ja, für Beobachtungen bis etwa 400fach sind Achromate die übliche Wahl. Erst bei Fotografie oder sehr feinen Details lohnt sich ein höher korrigiertes Objektiv.

Ist ein Achromat dasselbe wie ein Planobjektiv?

Nein. Der Achromat beschreibt die Farbkorrektur, das Plan-Prädikat die Ebnung des Bildfelds. Beides lässt sich kombinieren und heißt dann Planachromat.

Quellen

  1. Achromat – Wikipedia
  2. Chromatische Aberration – Wikipedia

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