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Mikroskop-Marken: Hersteller im Überblick

Von Zeiss und Leica bis Bresser und Kosmos: Welche Mikroskop-Marke zu Labor, Schule oder Hobby passt.

Zu den Lichtmikroskopen

Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Zeiss, Leica, Evident (früher Olympus), Nikon und Keyence bauen Mikroskope für Forschung, Labor und Industrie. Für Hobby, Schule und Kinder sind Bresser, Swift, Euromex, Motic, Kern, Kosmos und Eschenbach die passenderen Marken. Entscheidend sind Objektive, numerische Apertur, Mechanik und Service, nicht der Name allein.

Inhalt
  1. Welche Mikroskop-Marke passt zu wem?
  2. Profi- und Labormarken: Zeiss, Leica, Evident, Nikon, Keyence
  3. Hobby-, Schul- und Bildungsmarken
  4. Marken nach Anwendung: Wo du suchen solltest
  5. Woran du die Qualität einer Marke erkennst
  6. Vergrößerungsangaben der Hersteller kritisch lesen
  7. Häufige Fehler bei der Markenwahl
  8. Fazit

Wer ein Mikroskop sucht, stößt schnell auf Namen, die in ganz verschiedenen Welten zu Hause sind: Zeiss, Leica, Olympus (heute Evident), Nikon und Keyence bauen Forschungs- und Industriegeräte. Bresser, Swift, Euromex, Motic, Kern und Kosmos bedienen Schule, Ausbildung und Hobby. Diese Seite ordnet die Marken nach Herkunft, Zielgruppe und typischen Produktlinien ein, damit du weißt, bei wem du für deinen Zweck suchen solltest.

Alle Angaben beruhen auf Herstellerseiten, Fachverlagen und Wikipedia (Quellen am Ende). Wir haben keine dieser Geräte selbst in der Hand gehabt und bewerten daher nicht die Bildqualität einzelner Modelle, sondern die Positionierung der Marke. Preise nennen wir nicht.

Welche Mikroskop-Marke passt zu wem?

MarkeHerkunftSchwerpunktZielgruppe
ZeissJena, gegründet 1846Forschung und Labor (Weitfeld, Konfokal, Elektronen)Profi, Labor
LeicaWetzlar, Vorläufer Leitz 1869Lichtmikroskope, Stereo, Konfokal, DigitalProfi, Labor, Medizin
Evident (ehemals Olympus)Japan, Mikroskopsparte von OlympusLife Science und IndustrieProfi, Labor, Industrie
NikonTokio, gegründet 1917Wissenschaftliche MikroskopeProfi, Labor
KeyenceOsaka, gegründet 1974Digitalmikroskope und MesssystemeIndustrie, Qualitätssicherung
BresserRhede (Westfalen), gegründet 1957Schüler-, Labor- und Stereomikroskope, KamerasHobby, Schule, Einsteiger
SwiftTexas, USA; Teil der Motic GroupDurchlicht- und Stereomikroskope, KamerasSchule, Ausbildung, Labor
EuromexNiederlande, seit 1966Aufrechte, inverse und StereomikroskopeBildung, Labor, Industrie
MoticGegründet 1988Education Line mit Labor- und StereomikroskopenPädagogen, Freizeitforscher, Labor
KernBalingen, gegründet 1844Waagen, Mikroskope, RefraktometerLabor, Messtechnik
EschenbachNürnberg, gegründet 1913Lupen, Sehhilfen, Ferngläser, MikroskopeHobby, Sehhilfen
KosmosStuttgart, Verlag seit 1822Experimentierkästen, KindermikroskopKinder ab etwa 8 Jahren
BetzoldEllwangen, gegründet 1970Schulbedarf, eigene SchülermikroskopeSchulen und Lehrkräfte

Profi- und Labormarken: Zeiss, Leica, Evident, Nikon, Keyence

Diese fünf Hersteller prägen die Forschung und Industrie. Ihre Geräte sind für Laborbetrieb, Dauerbelastung und Zusatzmodule gebaut, sie werden meist über den Fachhandel oder den Hersteller-Vertrieb mit Beratung angeboten. Für Kinder, Schüler und Hobbyisten sind sie in aller Regel überdimensioniert. Wenn du einen Namen aus dieser Gruppe suchst, lohnt eine Frage: Brauchst du wirklich eine Forschungsoptik, oder reicht ein solides Lichtmikroskop der Hobby-Klasse?

Zeiss

Carl Zeiß eröffnete 1846 in Jena eine feinmechanisch-optische Werkstatt in der Neugasse 7. Ernst Abbe, Physikprofessor an der Universität Jena, arbeitete ab 1866 mit ihm zusammen und entwickelte eine Theorie der Mikroskopoptik, die es erlaubte, Mikroskope mit vorausberechneten Eigenschaften zu bauen. 1875 wurde er Teilhaber, 1889 gründete er die Carl-Zeiss-Stiftung. Der Konzernsitz ist heute Oberkochen in Baden-Württemberg. Carl Zeiss Microscopy bietet laut Wikipedia Lösungen für Forschung und Labor in Biologie und Medizin an, darunter Weitfeld-, Laserscanning- und Teilchenmikroskope. Die Herstellerseite zeigt etwa das inverse Weitfeldmikroskop Axiovert, das Stereomikroskop Stemi, konfokale Systeme der LSM-Reihe und Elektronenmikroskope der Crossbeam-Familie. Zielgruppe: Profi und Labor.

Leica

Die Wurzeln liegen bei der Firma Leitz, die Ernst Leitz 1869 in Wetzlar gründete. Nach der Zusammenarbeit mit Wild Heerbrugg (1986) und der Fusion mit Cambridge Instruments (1990) entstand 1997 aus der Aufteilung des Konzerns unter anderem Leica Microsystems. Das Unternehmen gehört seit Juli 2005 zur US-amerikanischen Danaher Corporation. Die Herstellerseite führt unter anderem Lichtmikroskope (aufrecht, invers, Stereo), konfokale Systeme, Lichtblattmikroskope, Digitalmikroskope und Mikroskopkameras, dazu Zubehör und Software. Genannte Produktlinien sind die digitalen Mikroskope der Mateo-Reihe und die Greenough-Stereomikroskope Ivesta 3. Zielgruppe: Profi, Labor, Medizin.

Evident (ehemals Olympus)

Olympus wurde 1919 als Takachiho Seisakusho gegründet. Das Mikroskopgeschäft hat der Konzern in eine eigene Firma namens Evident überführt und an den Finanzinvestor Bain Capital verkauft; Olympus selbst konzentriert sich auf die Medizintechnik, vor allem Endoskopie. Evident ist in Life Science und Industrie tätig: Mikroskope für Forschung, Pathologie und Medikamentenentwicklung sowie, im Industriebereich, Halbleiter-Mikroskope, Videoskope und Materialprüfgeräte. Wer also nach „olympus mikroskop“ sucht, landet für neue Laborgeräte heute bei Evident, während gebrauchte ältere Geräte weiter den Olympus-Schriftzug tragen. Zielgruppe: Profi, Labor, Industrie.

Nikon

Nikon entstand am 25. Juli 1917 durch den Zusammenschluss dreier Unternehmen zur Nippon Kogaku Kogyo K.K., gefördert von Mitsubishi, und trägt seit 1988 den Namen Nikon. Der Hauptsitz ist in Tokio. Mikroskope für den wissenschaftlichen Bereich sind laut Wikipedia ein wichtiges Geschäftsfeld, neben Kameras und Objektiven. Laut Wikipedia nennt Leica Nikon, Olympus und Zeiss als seine drei weltweiten Konkurrenten im High-End-Forschungsmikroskopbereich. Zielgruppe: Profi und Labor.

Keyence

Takemitsu Takizaki gründete Keyence 1974 in Osaka. Laut Wikipedia gehören digitale und High-Speed-Digitalmikroskope zum Produktbereich Mikroskopie. Die Herstellerseite beschreibt die Systeme als Mikroskopiesysteme für Industrie- und Life-Science-Anwendungen: Das Digitalmikroskop VHX-X1 arbeitet laut Hersteller mit einem 4K-CMOS-Sensor, das Laser-Scanning-Mikroskop VK-X4000 vereint drei Messverfahren in einem System. Ein klassisches Schulmikroskop findest du hier nicht. Zielgruppe: Industrie und Qualitätssicherung. Wer ein digitales Mikroskop für Elektronik und Werkstatt sucht, findet Einsteigergeräte in unserer Bestenliste der digitalen Mikroskope.

Gut zu wissen: Zeiss, Leica, Evident, Nikon und Keyence liefern meist über Fachhandel und Vertrieb, oft mit Angebot auf Anfrage. Wir listen sie deshalb nicht in unseren Amazon-Bestenlisten. Die Bestenlisten gelten für Hobby, Schule und Werkstatt.

Hobby-, Schul- und Bildungsmarken

Hier liegt der Schwerpunkt für die meisten Leser. Diese Marken bauen Geräte für Klassenzimmer, Kinderzimmer, Elektronikwerkstatt und Hobbylabor. Die Auswahl in unseren Bestenlisten stammt fast vollständig aus dieser Gruppe.

Bresser

Josef Bresser gründete 1957 die Firma Bresser Optik und gehörte zu den ersten Importeuren hochwertiger Ferngläser aus Japan. Der Hauptsitz liegt im westfälischen Rhede. Nach dem Verkauf an den US-Teleskopanbieter Meade (1999) kauften Rolf Bresser, der langjährige Lieferant Jinghua Precision Optics und Geschäftsführer Helmut Ebbert die Anteile 2009 zurück. Im Shop gliedern sich die Mikroskope in Schüler-, Labor- und Stereomikroskope sowie Mikroskopkameras. Bresser ist die häufigste Marke in unseren Vergleichen: Kindermikroskop, Schülermikroskop, Stereomikroskop, Lichtmikroskop und die Mikroskop-Kamera. Zielgruppe: Hobby, Schule, Einsteiger.

Swift

Swift Optical Instruments sitzt in Universal City, Texas, und bezeichnet sich als Mitglied der Motic Group. Das Sortiment umfasst laut Herstellerseite Durchlichtmikroskope, Stereomikroskope, Digitalmikroskope und Mikroskopkameras. Im Vergleich der Lichtmikroskope tauchen die Modelle SW380B und SW380T auf, bei den Stereomikroskopen weitere Swift-Geräte. Auffällig ist die Vergrößerungsangabe „40X bis 2500X“ im Listing. Dazu mehr im Abschnitt zu Vergrößerungsangaben. Zielgruppe: Schule, Ausbildung, ambitionierte Hobbyisten.

Euromex

Euromex fertigt nach eigener Angabe seit 1966 Mikroskope und sitzt in den Niederlanden (Duiven). Das Sortiment reicht von aufrechten über inverse bis zu Stereomikroskopen; hinzu kommen Phasenkontrast-, Fluoreszenz-, Polarisations- und Dunkelfeldmikroskope sowie Kamera- und Beleuchtungslösungen. Genannte Märkte sind Bildung, Life Science und Industrie. Euromex ist damit eher eine Schul- und Laborfirma als eine Spielzeugmarke. Zielgruppe: Bildung, Labor. Passende Modelle für Schüler stehen in unserer Bestenliste der Schülermikroskope, soweit sie dort geführt sind.

Motic

Motic wurde laut einem Händler-Datenblatt 1988 als Technologieunternehmen für konventionelle Lichtmikroskope gegründet. Die Education Line umfasst die klassischen Bauformen der Labor- und Stereomikroskope und ist nach Herstellerangabe für Pädagogen und Freizeitforscher gedacht. Die Mikroskope lassen sich mit einer Mikroskopkamera aufrüsten. Zur Motic Group gehört auch Swift. Zielgruppe: Pädagogen, Freizeitforscher, Labor.

Kern

Kern & Sohn wurde 1844 von Gottlieb Kern in Onstmettingen (heute Albstadt) gegründet und sitzt im Balinger Stadtteil Frommern. Bekannt ist der Hersteller vor allem für Waagen: Heute produziert und vertreibt Kern & Sohn 2.500 verschiedene Waagen. Daneben bietet das Unternehmen Messgeräte wie Mikroskope und Refraktometer, Software und Zubehör. Kern ist damit ein Messtechnik-Hersteller mit Mikroskopsparte; zu einzelnen Mikroskop-Linien haben wir keine belegbaren Angaben gefunden. Zielgruppe: Labor und Messtechnik. Wer ein Gerät sucht, vergleicht am besten die Bauformen auf der Seite Mikroskop kaufen.

Kosmos

Der Franckh-Kosmos Verlag in Stuttgart geht auf eine Gründung von Johann Friedrich Franckh im Jahr 1822 zurück und hat eine lange Tradition mit Experimentierkästen: 1922 erschien der „Baukasten Elektro“, nach Wikipedia der erste Experimentierkasten weltweit. Kosmos tritt bei Mikroskopen als Experimentierkasten-Anbieter für Kinder auf. In unserer Liste steht das Kosmos Entdecker-Mikroskop, ein Experimentierkasten für Kinder ab 8 Jahren. Mehr dazu in der Bestenliste der Kindermikroskope und im Ratgeber Kindermikroskop ab welchem Alter. Zielgruppe: Kinder.

Eschenbach

Josef Eschenbach gründete das Unternehmen am 15. November 1913. Zunächst wurden vor allem Sehhilfen und Lupen verkauft. Zu den heutigen Produkten gehören nach Wikipedia Ferngläser, Lupen, Lupenbrillen und Mikroskope. Die Produktion in Deutschland liegt in Nürnberg, das Unternehmen gehört heute zur Inspecs Group. Wenn du bei Eschenbach vor allem Sehhilfen suchst, lohnt ein Blick in unsere Bestenlisten der Leselupen und Lupenbrillen. Bei Sehproblemen sprichst du mit der Augenärztin oder dem Optiker. Zielgruppe: Hobby und Sehhilfen.

Betzold

Arnulf und Justina Betzold gründeten 1970 einen Lehrmittelhandel. Heute sitzt Betzold in Ellwangen und beschreibt sich als größtes Versandhandelsunternehmen für Lehr- und Lernmittel in Deutschland. Betzold ist also in erster Linie ein Händler für Schulen, bietet aber eigene Schülermikroskope an, die laut Betzold für den Biologieunterricht entwickelt wurden; das Unternehmen nennt fünf Jahre Garantie. Zielgruppe: Schulen und Lehrkräfte. Auch für Privatleute ist das interessant, die ein robustes Schulmodell suchen.

Müller: eine Marke ohne klaren Hersteller

Beim Suchbegriff „Müller Mikroskop“ konnten wir keinen eigenständigen Mikroskophersteller belegen. Der Name ist ein sehr häufiger Familienname. In unserer Recherche tauchten vor allem Gebrauchtangebote älterer Geräte auf. Wenn du ein Gerät mit diesem Namen besitzt oder angeboten bekommst, schau auf Typenschild und Rückseite nach dem eigentlichen Hersteller und prüfe, ob Ersatzteile erhältlich sind. Mehr dazu im Ratgeber Mikroskop gebraucht kaufen.

Unsere Empfehlungen: Lichtmikroskop

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Bresser Bino 40x-1000x

Bresser Bino 40x-1000x

Binokulares Durchlichtmikroskop mit vier DIN-Objektiven inklusive 100x/1,25 Öl, Kreuztisch mit Nonius und dimmbarer LED. Die am besten dokumentierte Optik der Liste.

  • Vier DIN-Objektive mit angegebener NA
  • Binokular mit Dioptrienausgleich, 360° drehbar
  • Koaxialer Kreuztisch mit Nonius, Immersionsöl dabei
Mit Kamera
SWIFT SW380B

SWIFT SW380B

Binokulares Labormikroskop mit Siedentopf-Kopf, 5,0-MP-Kamera und 100 Objektträgern. Die 2500x sind leere Vergrößerung, NA-Werte fehlen.

  • Siedentopf-Kopf mit 30° Neigung
  • Abbe-Kondensor und dimmbare LED
  • Kamera, 100 Objektträger, 100 Deckgläser
Für Fortgeschrittene
Bresser Researcher Trino

Bresser Researcher Trino

Dieselbe belegte Optik wie das Bresser Bino, aber mit trinokularem Tubus für eine MikroCam. Kamera nicht im Lieferumfang.

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  • Vier DIN-Objektive mit NA, 100x Öl
  • Kreuztisch mit Nonius-Skala

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Marken nach Anwendung: Wo du suchen solltest

Statt vom Markennamen auszugehen, startest du besser bei deinem Zweck. Die Tabelle zeigt, welche Markengruppe dazu passt und wo unsere Vergleiche stehen.

Dein ZweckPassende MarkenVergleich
Kind ab etwa 8 JahrenKosmos, BresserKindermikroskop
Schule und UnterrichtBresser, Euromex, Betzold, SwiftSchülermikroskop
Zellen und Pantoffeltierchen als HobbyBresser, Swift, MoticLichtmikroskop
Insekten, Münzen, MineralienBresser, SwiftStereomikroskop
Löten und ElektronikDigital- und Stereomikroskope verschiedener HerstellerLötmikroskop
Lesen und SammelnEschenbach und andere LupenherstellerLeselupe
Forschung, Pathologie, QualitätssicherungZeiss, Leica, Evident, Nikon, KeyenceFachhandel

Kamera-Wünsche entscheiden mit: Ein Trinokular oder ein 23,2-mm-Tubus nimmt später eine Kamera auf, siehe Mikroskop-Kamera. Wer Präparate braucht, schaut bei den Präparate-Sets nach.

Woran du die Qualität einer Marke erkennst

Der Markenname sagt wenig, solange du nicht auf die Bauteile schaust. Diese Kriterien trennen auch bei Hobbygeräten gute von schwachen Angeboten:

MerkmalWorauf du achten solltestMehr dazu
ObjektiveAchromatische Objektive aus Glas, nach Möglichkeit planachromatisch für ein ebenes BildAchromat, Planobjektiv
Numerische AperturWert auf dem Objektiv; er bestimmt die AuflösungNumerische Apertur
BeleuchtungLED mit Kondensor; Köhlersche Beleuchtung bei LabormodellenKöhlersche Beleuchtung
MechanikStabiles Stativ aus Metall, spielfreier Triebe, KreuztischAufbau eines Mikroskops
ErweiterbarkeitTrinokulartubus oder Kamera-Anschluss für spätere NachrüstungTrinokular
ServiceGarantie, Ersatzteile, deutschsprachige AnleitungMikroskop kaufen

Vergrößerungsangaben der Hersteller kritisch lesen

Marken werben mit Zahlen, die beeindruckend klingen. Wichtig ist, was das Objektiv wirklich auflöst. Nach Wikipedia hängt das Auflösungsvermögen von der numerischen Apertur und der Wellenlänge ab: Bei grünem Licht (0,55 µm) ergeben Aperturen von 0,1, 0,65 und 1,4 Auflösungen von 2,75, 0,423 und 0,196 µm. Eine Apertur von 1,4 gilt als Obergrenze für Mikroskopobjektive, rund 0,2 µm sind also das Beste, was grünes Licht erlaubt.

Daraus folgt die förderliche Vergrößerung, also die sinnvolle Obergrenze: etwa das 500- bis 1000-Fache der numerischen Apertur. Mit einer Apertur von 1,4 sind das 700 bis 1400. Eine Angabe wie „40X bis 2500X“ liegt darüber. Alles jenseits der förderlichen Vergrößerung ist leere Vergrößerung: Das Bild wird größer, zeigt aber keine neuen Details. Die Angaben der Händlerseiten sind Herstellerangaben, die wir nicht überprüft haben. Prüfe immer Okular, Objektiv und Apertur, wie im Vergrößerungsrechner möglich.

Rechenbeispiel: Ein 10-fach-Okular und ein 40-fach-Objektiv ergeben 400-fach. Ein solches Objektiv hat typischerweise eine Apertur um 0,65. Die förderliche Vergrößerung liegt dann bei 325 bis 650, also genau im Bereich der 400-fachen Gesamtvergrößerung. Mehr zur Berechnung steht auf der Seite Vergrößerung.

Häufige Fehler bei der Markenwahl

  1. Nach dem Namen statt nach dem Zweck kaufen. Ein Forschungsmikroskop ist für Kinder und Hobby kaum sinnvoll.
  2. Marketing-Vergrößerung glauben. 2000-fach auf der Packung heißt nicht, dass dort ein 2000-faches Bild mit Details steht.
  3. Eine Profi-Marke mit Gebrauchtkauf verwechseln. Gebrauchte Zeiss-, Leica- oder Olympus-Geräte können großartig sein, brauchen aber Prüfung auf Pilzbefall, Staub und fehlende Teile.
  4. Ersatzteile vergessen. Passen Objektive und Okulare nicht, ist die Erweiterung teuer.
  5. Händlermarken überbewerten. Hinter vielen Handelsmarken steckt ein Auftragshersteller; entscheidend sind Datenblatt und Garantie.

Aus dem Magazin: Im Beitrag Alte Mikroskope von Leitz, Zeiss & Co. erkennen und nutzen liest du, wie du alte Mikroskope von Leitz, Zeiss und Co. als Sammlerstücke erkennst.

Fazit

Zeiss, Leica, Evident (Olympus), Nikon und Keyence sind Marken für Labor und Industrie. Für Kinder, Schüler und Hobbyisten sind Bresser, Swift, Euromex, Motic, Kern, Kosmos, Eschenbach und Betzold die realistischeren Namen. Entscheidend sind weniger Logo und Herkunft als Objektive, Apertur, Mechanik und Service. Am besten wählst du zuerst den Typ, etwa über den Produktfinder, und vergleichst dann innerhalb der passenden Bestenliste, zum Beispiel bei den Lichtmikroskopen. Wer sich unsicher ist, beginnt mit dem Hub Mikroskope.

Häufige Fragen

Welche Mikroskop-Marke ist die beste?

Das hängt vom Einsatz ab. Zeiss, Leica, Evident und Nikon bauen Forschungsmikroskope für Labor und Klinik. Für Schule und Hobby sind Bresser, Swift, Euromex oder Motic die gängigeren Namen, weil sie Geräte für diesen Zweck anbieten.

Was ist aus Olympus Mikroskopen geworden?

Olympus hat sein Mikroskopgeschäft in die Firma Evident überführt und an den Finanzinvestor Bain Capital verkauft. Neue Laborgeräte erscheinen deshalb unter dem Namen Evident; Olympus konzentriert sich auf Medizintechnik.

Ist ein Zeiss- oder Leica-Mikroskop für Hobby und Schule sinnvoll?

In den meisten Fällen nicht. Die Geräte sind für den Laborbetrieb mit Zusatzmodulen gebaut und werden meist über den Fachhandel angeboten. Ein Hobby-Lichtmikroskop von einer Schul- und Hobbymarke genügt für Zellen und Pantoffeltierchen.

Woher kommt Bresser?

Bresser wurde 1957 von Josef Bresser gegründet und hat seinen Sitz in Rhede in Westfalen. Das Unternehmen vertreibt Mikroskope, Teleskope, Ferngläser und Wetterstationen.

Welche Marke passt zu einem Kindermikroskop?

Für Kinder gibt es Modelle von Bresser und Experimentierkästen von Kosmos. Wichtiger als der Name sind Standfestigkeit, einfache Bedienung und eine Vergrößerung, die zum Alter passt. Orientierung gibt unsere Bestenliste der Kindermikroskope.

Gibt es eine Mikroskop-Marke Müller?

Wir konnten keinen eigenständigen Mikroskophersteller namens Müller belegen. Prüfe bei Geräten mit diesem Namen das Typenschild nach dem eigentlichen Hersteller und kläre die Ersatzteile vor dem Kauf.

Quellen

  1. Wikipedia: Carl Zeiss AG
  2. ZEISS Mikroskopie: Produkte
  3. Wikipedia: Leica Microsystems
  4. Leica Microsystems: Products
  5. Wikipedia: Olympus
  6. chemie.de: Mehr Wachstum und Innovationen für Evident
  7. MedTech Dive: Olympus, Bain Capital und Evident
  8. Wikipedia: Nikon
  9. Wikipedia: Keyence
  10. Keyence: Mikroskope
  11. Bresser: Firmenhistorie
  12. Bresser: Über uns
  13. Swift Optical Instruments
  14. Euromex Microscopes
  15. Motic Education Line (Datenblatt)
  16. Wikipedia: Kern & Sohn
  17. Wikipedia: Franckh-Kosmos
  18. Wikipedia: Eschenbach Optik
  19. Betzold: Firmengeschichte
  20. Betzold: Mikroskopführerschein
  21. Wikipedia: Auflösungsvermögen

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