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Planobjektiv: Warum „Plan“ das Bild bis zum Rand schärft

„Plan“ auf dem Objektiv heißt: Das Bild ist nicht nur in der Mitte, sondern bis zum Rand scharf.

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Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Ein Planobjektiv ist ein Mikroskopobjektiv mit korrigierter Bildfeldwölbung. Es bildet eine ebene Präparatfläche auch am Rand des Sehfelds scharf ab, nicht nur in der Mitte.

Inhalt
  1. Das Problem: gewölbtes Bildfeld
  2. Wo es sich bemerkbar macht
  3. Was Du dafür zahlst
  4. Plan-Varianten und ihre Namen
  5. Verwandte Begriffe

Ein Planobjektiv ist ein Objektiv mit ebener Bildfeldebnung, erkennbar an der Gravur „Plan“, „PL“ oder „Plan Achro“. Die Farbkorrektur ist eine eigene Eigenschaft und steht als zusätzliche Angabe auf dem Objektiv.

Das Problem: gewölbtes Bildfeld

Einfache Objektive bilden eine flache Präparatebene auf eine gewölbte Fläche ab, die man Petzval-Fläche nennt. Du kannst die Mitte scharf stellen, dann ist der Rand leicht unscharf. Stellst Du auf den Rand scharf, verschwimmt die Mitte. Bei einem Okular mit großem Sehfeld fällt das deutlich auf. Planobjektive enthalten zusätzliche Linsenglieder, die diese Wölbung ausgleichen.

Wo es sich bemerkbar macht

  • Fotografie und Kamera: Ein Sensor ist flach und zeigt die Randunschärfe gnadenlos.
  • Großes Sehfeld: Mit einer hohen Sehfeldzahl von 20 oder mehr wird die gewölbte Fläche sichtbar.
  • Zählen und Messen: Beim Auszählen in einer Zählkammer willst Du nicht ständig nachfokussieren.

Was Du dafür zahlst

Mehr Linsen bedeuten mehr Fertigungsaufwand und etwas weniger Licht. Plan-Objektive sind daher teurer als gleichwertige Standardobjektive und etwas schwerer. Hersteller kombinieren das Prädikat mit der Farbkorrektur zu Planachromaten und Planapochromaten.

Gut zu wissen: Beim bloßen Beobachten mit dem Auge gleicht das Auge die leichte Unschärfe am Rand durch Nachakkommodieren aus. Deshalb kommen Schul- und Einsteigermikroskope ohne Plan-Objektive aus.

Beispiel

Ein 10x-Objektiv zeigt mit einem Okular der Sehfeldzahl 18 einen Bereich von 1,8 Millimetern Durchmesser im Präparat. Ein Planobjektiv hält diese ganze Kreisfläche gleichzeitig scharf, ein einfaches Objektiv nur den mittleren Teil. Mehr zu Okular und Sehfeld findest Du bei Okular.

Plan-Varianten und ihre Namen

Je nach Hersteller begegnen Dir unterschiedliche Bezeichnungen. Das Plan-Achromat gilt als Standard besserer Hobby- und Laborgeräte, Plan-Fluorit und Plan-Semi-Apochromat bilden die Zwischenstufe, das Planapochromat die Spitze. Wichtiger als der Name ist die Kombination aus Farbkorrektur und Ebnung. Bei Mikroskopkameras mit C-Mount-Adapter, siehe C-Mount, ist die Plan-Eigenschaft besonders sinnvoll, weil der Sensor das gesamte Bildfeld flach erfasst. Wer nur mit dem Auge schaut und überwiegend die Bildmitte nutzt, kommt mit einem normalen Achromaten gut zurecht.

Kaufhinweis

Beim Vergleich von Mikroskopen lohnt der Blick ins Datenblatt: Steht dort „Planobjektive“, ist das Bildfeld geebnet. Fehlt die Angabe, liegen meist einfache Achromate vor. Für Kinder und Schule bringt der Aufpreis wenig; wer mit Kamera arbeitet oder große Sehfelder nutzt, profitiert dagegen deutlich. Bei Gebrauchtgeräten verraten die Gravuren, ob es sich um Plan-Typen handelt, siehe Mikroskop gebraucht kaufen.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Woran erkenne ich ein Planobjektiv?

Auf dem Objektivkörper steht „Plan“, „PL“ oder „Plan Achro“. Fehlt die Angabe, ist das Bildfeld meist nicht korrigiert.

Brauche ich Plan-Objektive für die Mikroskopkamera?

Sie sind dann sinnvoll, weil der flache Kamerasensor eine gewölbte Bildebene nicht ausgleichen kann. Ohne Plan-Korrektur bleiben die Ränder des Fotos unscharf.

Quellen

  1. Bildfeldwölbung – Wikipedia
  2. Objektiv (Optik) – Wikipedia

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