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Okulare und Objektive: Typen, Maße und Aufrüstung

So liest Du Beschriftungen wie 10/0,25 160/0,17, findest passende Okulare und erkennst, welche Aufrüstung sich wirklich lohnt.

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Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Ein Mikroskop-Okular muss zum Tubusdurchmesser passen (meist 23,2 mm, bei größeren Geräten 30 oder 30,5 mm), ein Objektiv zu Gewinde und Tubuslänge (RMS-Gewinde, 160 mm oder Unendlich-Optik). Auf dem Objektiv stehen Vergrößerung, numerische Apertur, Tubuslänge und Deckglasdicke, zum Beispiel „10/0,25 160/0,17“. Die sinnvolle Gesamtvergrößerung endet bei etwa dem 500- bis 1000-Fachen der numerischen Apertur.

Inhalt
  1. Wie arbeiten Okular und Objektiv zusammen?
  2. Okular-Typen: Huygens, Weitfeld und Co.
  3. Tubusdurchmesser: 23,2, 30 oder 30,5 Millimeter?
  4. Objektive: So liest Du die Beschriftung
  5. DIN, RMS und Unendlich: Passt das Objektiv ans Gerät?
  6. Welche Aufrüstung lohnt sich wirklich?
  7. Checkliste vor dem Kauf
  8. Okulare und Objektive an Einsteigergeräten
  9. Fazit

Okular und Objektiv sind die beiden Linsensysteme, die ein Mikroskop zum Mikroskop machen. Das Objektiv sitzt dicht über dem Präparat und erzeugt ein vergrößertes Zwischenbild. Das Okular, durch das Du schaust, vergrößert dieses Zwischenbild ein zweites Mal. Wer die Beschriftungen auf beiden Bauteilen lesen kann, versteht ein Datenblatt sofort und vermeidet teure Fehlkäufe beim Zubehör. Hier erfährst Du, welche Okular-Typen es gibt, was 23,2 und 30 Millimeter Tubusdurchmesser bedeuten, wie Du Zahlen wie „10/0,25 160/0,17“ liest und wann sich eine Aufrüstung wirklich lohnt.

Wie arbeiten Okular und Objektiv zusammen?

Die Gesamtvergrößerung eines Lichtmikroskops ist das Produkt aus Objektivvergrößerung und Okularvergrößerung. Ein Objektiv mit 40× und ein Okular mit 10× ergeben 400-fache Vergrößerung. Mehr dazu findest Du im Wissensartikel zur Vergrößerung, und mit dem Vergrößerungsrechner kannst Du Kombinationen durchspielen.

Entscheidend ist aber nicht die Gesamtzahl, sondern die numerische Apertur (NA) des Objektivs. Sie legt fest, wie fein das Objektiv Details trennen kann. Ernst Abbe gab als sinnvollen Bereich für die förderliche Vergrößerung das 500- bis 1000-Fache der NA an. Alles darüber ist leere Vergrößerung: Das Bild wird größer, aber nicht detailreicher. Die folgende Tabelle rechnet das für die vier Objektive eines typischen Einsteiger-Labormikroskops durch. Die Objektivdaten stammen aus der Herstellerangabe des Bresser Bino 40x-1000x aus der Liste der Lichtmikroskope, die Gesamtvergrößerung gilt für ein Okular WF 10×.

ObjektivGesamtvergrößerung mit 10×-OkularFörderlicher Bereich (500–1000 × NA)Einordnung
4×/0,140×50–100×Etwas unter dem Bereich, gut zum Suchen und Orientieren
10×/0,25100×125–250×Etwas unter dem Bereich, ideal für den Überblick
40×/0,65400×325–650×Im Bereich, der Arbeitsgaul für Zellen
100×/1,25 (Öl)1000×625–1250×Im Bereich, nur mit Immersionsöl

Die Tabelle zeigt auch, wo Marketing-Zahlen kippen. Das SWIFT SW380B nennt laut Hersteller bis zu 2500-fache Vergrößerung aus einem 25×-Okular und einem 100×-Objektiv. Selbst bei einer NA von 1,25 liegt die förderliche Grenze bei 1250×. Die zweite Hälfte der Angabe ist damit leer: Du bekommst ein größeres, aber nicht schärferes Bild.

Okular-Typen: Huygens, Weitfeld und Co.

Das Okular besteht aus mindestens zwei Linsen und einer Blende im Inneren, der Feldblende. Sie begrenzt, wie viel vom Zwischenbild Du siehst. Die Bauart entscheidet über Sehfeld, Randschärfe und Komfort.

Huygens-Okular: Der Klassiker für einfache Geräte

Das Huygens-Okular geht auf Christiaan Huygens zurück, der um 1670 berechnete, dass sich Farbfehler deutlich verringern lassen, wenn man die einfache Okularlinse durch zwei plankonvexe Linsen ersetzt. Laut Wikipedia findet dieser Typ noch heute in preisgünstigen Geräten Verwendung. Der Vorteil ist die einfache, billige Bauweise. Der Nachteil ist ein kleines, zum Rand hin unschärferes Sehfeld und ein kurzer Augenabstand, bei dem Brillenträger oft nicht das ganze Bild überblicken.

Weitfeld-Okulare (WF): Mehr Bild, mehr Komfort

Auf vielen Datenblättern steht „WF 10ד. WF steht für Weitfeld (englisch wide field). Sie zeigen ein größeres Stück des Zwischenbilds. Solche Okulare gehören heute bei vielen Labor- und Stereomikroskopen zur Ausstattung: Das Bresser Erudit Basic Bino bringt laut Hersteller Weitfeld-Okulare 10× mit Sehfeldzahl 18 mit, das Bresser Analyth STR nennt Weitfeldokulare mit Augenmuscheln. Ob ein Okular ein echtes Weitfeld ist, erkennst Du an der Sehfeldzahl.

Sehfeldzahl: So groß ist Dein Bildausschnitt

Die Sehfeldzahl (SFZ) gibt den Durchmesser des Zwischenbilds in Millimetern an. Teilst Du sie durch die Objektivvergrößerung, erhältst Du den Durchmesser des Bereichs, den Du am Präparat siehst. Wikipedia rechnet vor: Bei SFZ 20 und einem 40×-Objektiv sind das 0,5 Millimeter. Typische Werte, die Wikipedia nennt, sind 20, 22 und 25; bei einfachen Okularen liegen sie darunter, zum Beispiel bei 18.

ObjektivSehfeld bei SFZ 18Sehfeld bei SFZ 20Sehfeld bei SFZ 22
4×4,5 mm5,0 mm5,5 mm
10×1,8 mm2,0 mm2,2 mm
40×0,45 mm0,5 mm0,55 mm
100×0,18 mm0,2 mm0,22 mm

Der Unterschied zwischen 18 und 22 wirkt klein. Der Durchmesser wächst aber um gut ein Fünftel, und die sichtbare Fläche steigt um fast die Hälfte (22² : 18² ≈ 1,5). Das ist der Unterschied zwischen „Ich finde das Pantoffeltierchen“ und „Es ist schon wieder aus dem Bild“. Wenn Du ein Okular nachrüstest, ist eine höhere Sehfeldzahl der spürbarste Gewinn.

Brillenträger: Auf den Augenabstand achten

Der Augenabstand eines Okulars (Fachbegriff Austrittspupillenschnittweite, englisch eye relief) ist der Abstand zwischen Augenlinse und Deinem Auge, bei dem Du das volle Bild siehst. Laut Wikipedia können Brillenträger bei sehr geringem Augenabstand mit aufgesetzter Brille nicht mehr das ganze Bild überblicken. Typische Werte liegen nach der englischsprachigen Wikipedia zwischen etwa 2 und 20 Millimetern.

  • Ohne Brille mikroskopieren: Bei Kurz- oder Weitsichtigkeit gleichst Du den Unterschied oft mit dem Dioptrienausgleich am Okular aus. Das geht nicht bei Hornhautverkrümmung.
  • Mit Brille mikroskopieren: Suche nach Okularen, die für Brillenträger ausgelegt sind. Auf Datenblättern steht dann oft „High Eyepoint“, ein Brillensymbol oder ein Augenabstand um 15 bis 20 Millimeter. Gummi-Augenmuscheln, wie sie das Bresser Analyth STR laut Hersteller mitbringt, halten die Brille auf Abstand und das Streulicht draußen.

Gut zu wissen: Das Okular ersetzt keine Sehhilfe. Bei Kopfschmerzen, schnell ermüdenden Augen oder dauerhaft unscharfem Bild sprichst Du mit Augenarzt oder Optiker.

Tubusdurchmesser: 23,2, 30 oder 30,5 Millimeter?

Ein Okular passt nur in den Tubus, wenn Steckhülse und Aufnahme denselben Durchmesser haben. Laut Wikipedia gibt es Okulare für Mikroskope mit verschiedenen Durchmessern, zum Beispiel 23,2 und 30 Millimeter. Die folgende Übersicht fasst die drei üblichen Maße zusammen.

DurchmesserWo Du ihn findestWas Du beachten solltest
23,2 mmStandard bei Schul-, Einsteiger- und vielen Labormikroskopen. Bresser nennt bei den Modellen Bino und Trino der Liste „DIN-Okulare WF 10× mit 23 mm Durchmesser“, das meint erkennbar dieses Maß.Größte Auswahl an Ersatzokularen, vom Einfach-Okular bis zum Weitfeld-Okular.
30 mmWeitfeld-Okulare an Forschungs- und gehobenen Labormikroskopen sowie an vielen Stereomikroskopen.Größerer Durchmesser erlaubt größere Sehfeldzahlen, ist aber nicht mit 23,2 mm austauschbar.
30,5 mmBei einigen Stereomikroskopen und Systemen bestimmter Hersteller.Nur 0,5 mm Unterschied zu 30 mm, aber das Okular sitzt dann nicht oder wackelt. Genau prüfen.

Die Zuordnung der Maße zu Herstellern und Geräteklassen schwankt. Nimm deshalb den Durchmesser aus dem Datenblatt Deines Geräts oder miss die Steckhülse eines vorhandenen Okulars mit einer Schieblehre nach. Für manche Kombinationen gibt es Reduzierhülsen, die Du aber vor dem Kauf beim Händler bestätigen lassen solltest.

Objektive: So liest Du die Beschriftung

Auf dem Gehäuse jedes Objektivs stehen Zahlen und Kürzel, die auf den ersten Blick kryptisch aussehen. Laut Wikipedia gehören dazu der Hersteller, die Objektivklasse, der Abbildungsmaßstab, die numerische Apertur, die Deckglasdicke und die mechanische Tubuslänge.

Beispiel: 10/0,25 160/0,17

AufdruckBedeutungWas das für Dich heißt
10 (oder 10×)Abbildungsmaßstab des ObjektivsDas Zwischenbild ist zehnmal größer als das Objekt.
0,25Numerische AperturJe höher, desto feiner die Auflösung und desto heller das Bild, aber desto kleiner der Arbeitsabstand.
160Mechanische Tubuslänge in MillimeternDas Objektiv ist für eine Tubuslänge von 160 mm gerechnet. Ein Unendlich-Zeichen (∞) würde an dieser Stelle stehen, wenn es für Unendlich-Optik gebaut wäre.
0,17Deckglasdicke in MillimeternDas Objektiv ist auf ein Deckglas von 0,17 mm korrigiert, die gängige Standarddicke. Ein Strich (–) steht für Objektive, die unempfindlich gegen die Deckglasdicke sind.

Wikipedia nennt ein ähnliches Beispiel: Eine Bezeichnung „PlanC 40× / 0,30 ∞ / 0,17“ kennzeichnet ein Planchromat-Objektiv mit 40-facher Vergrößerung und NA 0,3, korrigiert für Unendlich-Optik und das Standard-Deckglas. Mehr zum Deckglas steht im Artikel zum Präparat-Herstellen.

Achromat, Plan, Apochromat: Die Korrekturklassen

Linsen brechen Licht je nach Farbe unterschiedlich. Das führt zu Farbsäumen, der chromatischen Aberration. Je aufwendiger ein Objektiv korrigiert ist, desto besser sind Farb- und Bildfehler beseitigt.

  • Achromat: Für zwei Wellenlängen korrigiert, laut Wikipedia der einfachste Vertreter der Mikroskopobjektive. Das ist der Standard in Schul- und Hobbygeräten. SWIFT und Bresser nennen bei den Labormikroskopen der Liste achromatische DIN-Objektive.
  • Plan-Achromat: Zusätzlich mit geebnetem Bildfeld, sodass die Bildmitte und der Rand gleichzeitig scharf sind. Besonders bei Fotos und Kameras relevant.
  • Apochromat: Für drei Wellenlängen korrigiert. Plan-Apochromate sind laut Wikipedia die aufwendigsten und teuersten Objektive.

Für den Einstieg reichen Achromate völlig. Erst bei Fotografie mit Kamera oder bei sehr feinen Details lohnt der Sprung zu Plan-Objektiven.

Ölimmersion: Warum das 100×-Objektiv Öl braucht

Ein Trockenobjektiv arbeitet mit Luft zwischen Frontlinse und Deckglas. An dieser Grenze geht Licht verloren. Beim Ölimmersionsobjektiv füllt Immersionsöl den Spalt und hat ungefähr die Brechzahl des Glases. Das Objektiv fängt dann mehr Licht ein. Wikipedia rechnet für einen Öffnungswinkel von 140 Grad vor: Ein Trockenobjektiv erreicht dabei eine NA von 0,94, ein Wasserimmersionsobjektiv 1,25 und ein Ölimmersionsobjektiv 1,43.

Auf dem Objektiv erkennst Du Öl-Objektive an „Oil“, „Öl“ oder „HI“ und oft einem schwarzen Ring. Das Bresser Bino 40x-1000x liefert laut Hersteller ein 100×/1,25-Objektiv samt Immersionsöl mit, und das Erudit DLX ist laut Hersteller für DIN- und Ölimmersionsobjektive geeignet. Beim monokularen Erudit DLX* gehört laut Lieferumfang ein 100×-Öl-Objektiv dazu. Nutze nie ein Öl-Objektiv trocken, und putze nach Gebrauch Objektiv und Präparat sauber; Hinweise dazu stehen im Artikel Mikroskop reinigen.

DIN, RMS und Unendlich: Passt das Objektiv ans Gerät?

Beim Objektivkauf scheitern mehr Käufe am Gewinde als an der Optik. Die wichtigsten Normen im Überblick:

BegriffBedeutungPraxis
RMS-GewindeVon der Royal Microscopical Society 1858 genormt: 0,8 Zoll Durchmesser, 36 Gänge pro Zoll (britisches Whitworth-Gewinde). Laut Wikipedia bis heute weit verbreitet.Passt in fast jeden Objektivrevolver für Endlich-Objektive. Manche Hersteller nutzen stattdessen metrische Gewinde wie M25 × 0,75 oder M26 × 0,75.
DIN-ObjektivObjektiv nach DIN-Norm, ausgelegt für 160 mm Tubuslänge.Bresser und SWIFT geben bei den Labormikroskopen der Liste DIN-Objektive an. Untereinander meist austauschbar, wenn Gewinde und Länge stimmen.
160 mm (Endlich-Optik)Laut Wikipedia im 20. Jahrhundert der Standard der Royal Microscopical Society; manche Leitz-Mikroskope nutzten 170 mm.Objektiv muss zur Tubuslänge passen, sonst sinkt die Bildqualität.
Unendlich-Optik (∞)Das Licht tritt parallel aus dem Objektiv aus. Eine Tubuslinse im Tubus erzeugt das Bild.Verbreitet bei modernen Mikroskopen. Objektive sind meist nicht mit 160-mm-Geräten kombinierbar.

Kurz gesagt: Wer ein Objektiv nachkauft, braucht das richtige Gewinde, die gleiche Tubuslänge und möglichst die gleiche Parfokalität (Parfokalität), damit das Bild beim Objektivwechsel scharf bleibt. Bei Fremd-Objektiven ohne klare Herstellerangabe zu Gewinde und Tubuslänge bleibt die Kompatibilität Glückssache.

Welche Aufrüstung lohnt sich wirklich?

Bevor Du Okulare oder Objektive kaufst, schau auf die Beleuchtung. Ein Kondensor mit sauber eingestellter Blende holt aus guten Objektiven mehr heraus als jedes teure Okular. Wie das geht, steht im Artikel Mikroskop-Beleuchtung.

MaßnahmeNutzenAufwandSinnvoll, wenn
Beleuchtung und Kondensor einstellenMehr Kontrast und Schärfe bei gleicher OptikGeringImmer, zuerst
Okular mit größerer SehfeldzahlGrößerer Bildausschnitt, leichteres FindenGeringDas Sehfeld wirkt eng oder Du suchst viel
Brillenträger-OkularVolles Bild mit BrilleGeringDu mikroskopierst mit Brille
Zusätzliches Objektiv, z. B. 20× oder 60×Schließt die Lücke zwischen 10× und 40× bzw. 40× und 100×Mittel (Revolver muss freie Plätze haben)Die Sprünge sind Dir zu groß
Plan-Achromat statt AchromatBild bis zum Rand scharfHochDu fotografierst oder zeichnest viel
25×-Okular statt 10×Größeres, aber nicht detailreicheres BildGeringNur bis zur förderlichen Grenze
Kamera am Okular oder TrinokularDokumentation und FotosMittelDu willst Bilder teilen oder messen, siehe Mikroskopkameras

Tipp: Ein stärkeres Okular ist die schlechteste Aufrüstung. Es vergrößert nur das, was das Objektiv schon geliefert hat. Besser ist ein zusätzliches oder besseres Objektiv im Bereich 20× bis 60×, denn dort entscheidet sich die Detailtreue.

Checkliste vor dem Kauf

  1. Steckdurchmesser des Okulars: 23,2, 30 oder 30,5 Millimeter prüfen.
  2. Gewinde des Objektivs: RMS oder metrisch? Hat der Revolver freie Plätze?
  3. Tubuslänge: 160 mm oder Unendlich-Optik? Niemals mischen.
  4. Deckglas: Ist das Objektiv für 0,17 mm gerechnet?
  5. Numerische Apertur notieren und die förderliche Vergrößerung mit 500 bis 1000 multiplizieren.
  6. Sehfeldzahl des neuen Okulars mit der alten vergleichen.
  7. Bei Brille: Augenabstand beachten, Gummimuschel oder Brillensymbol suchen.
  8. Bei Öl-Objektiv: Immersionsöl bereitlegen und die Reinigung einplanen.

Okulare und Objektive an Einsteigergeräten

Zum Abschluss ein Blick auf drei Geräte, bei denen die Optik gut belegt ist. Sie stammen aus unserer Liste der Lichtmikroskope. Die Reihenfolge ist keine Rangfolge, sondern zeigt unterschiedliche Optik-Ansätze.

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Fazit

Okular und Objektiv gehören zusammen und müssen zum Gerät passen. Achte beim Okular auf Steckdurchmesser, Sehfeldzahl und, falls Du Brille trägst, auf den Augenabstand. Beim Objektiv zählen numerische Apertur, Tubuslänge, Deckglasdicke und Gewinde mehr als die Vergrößerungszahl. Die förderliche Vergrößerung von 500 bis 1000 mal NA setzt die Grenze, ab der mehr Vergrößerung nichts mehr bringt. Rüste zuerst die Beleuchtung auf, dann ein Objektiv in der Mitte der Reihe, und erst zuletzt das Okular.

Häufige Fragen

Welchen Durchmesser haben Mikroskop-Okulare?

Am häufigsten ist 23,2 Millimeter, das Standardmaß der meisten Schul- und Hobbymikroskope. Größere und gehobene Geräte, besonders Stereomikroskope, nutzen oft 30 oder 30,5 Millimeter. Die Maße sind nicht untereinander austauschbar, prüfe also das Datenblatt oder miss die Steckhülse nach.

Was bedeutet 10/0,25 160/0,17 auf dem Objektiv?

Die 10 steht für zehnfache Objektivvergrößerung, 0,25 für die numerische Apertur. 160 ist die mechanische Tubuslänge in Millimetern, 0,17 die Deckglasdicke, auf die das Objektiv korrigiert ist. Bei Unendlich-Optik steht statt der 160 das Zeichen ∞.

Was ist der Unterschied zwischen Achromat, Plan und Apochromat?

Ein Achromat ist für zwei Wellenlängen farbkorrigiert und der Standard bei Einsteigergeräten. Plan-Objektive haben zusätzlich ein geebnetes Bildfeld, sodass Mitte und Rand zugleich scharf sind. Apochromate sind für drei Wellenlängen korrigiert und die aufwendigste, teuerste Klasse.

Kann ich ein Okular mit höherer Vergrößerung einfach nachrüsten?

Technisch ja, wenn der Durchmesser passt. Sinnvoll ist es aber nur bis zur förderlichen Vergrößerung von etwa 500 bis 1000 mal numerischer Apertur. Darüber wird das Bild nur größer und nicht detailreicher. Meist bringt ein zusätzliches Objektiv mehr als ein stärkeres Okular.

Brauche ich für das 100×-Objektiv wirklich Immersionsöl?

Ja, wenn das Objektiv als Öl-Objektiv gekennzeichnet ist („Oil“ oder „Öl“). Ohne Öl bleibt das Bild unscharf und dunkel, weil das Objektiv nicht ausreichend Licht einfängt. Reinige Objektiv und Präparat nach Gebrauch gründlich.

Quellen

  1. Okular – Wikipedia (Augenabstand, Huygens-Okular, Steckmaß)
  2. Sehfeldzahl – Wikipedia (Definition, Beispiel SFZ 20 und 40×-Objektiv)
  3. Objektiv (Optik) – Wikipedia (Beschriftung, Achromat, Apochromat, Plan-Objektive)
  4. Objective (optics) – Wikipedia (RMS-Gewinde 1858, Tubuslänge 160 mm, Unendlich-Optik)
  5. Eyepiece – Wikipedia (Okular-Durchmesser 23,2 und 30 mm, Eye relief)
  6. Numerische Apertur – Wikipedia (Trocken-, Wasser- und Ölimmersion)
  7. Lichtmikroskop – Wikipedia (förderliche Vergrößerung 500 bis 1000 mal NA)

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