Kurz & knapp
Der Kondensor ist ein Linsensystem unter dem Objekttisch, das das Licht der Lampe bündelt und als Lichtkegel auf das Präparat lenkt. Der Abbe-Kondensor mit etwa zwei Linsen und numerischer Apertur um 1,25 gilt als Standardbauform.
Inhalt
Der Kondensor sammelt das Licht der Lampe und formt daraus den Lichtkegel, der das Präparat durchleuchtet. Er sitzt zwischen Lichtquelle und Objekttisch und lässt sich in der Höhe verstellen.
Aufgabe im Strahlengang
Ohne Kondensor fällt das Licht ungeordnet durchs Präparat. Mit ihm trifft es unter einem definierten Öffnungswinkel ein, und genau dieser Winkel bestimmt, wie viel Beugungslicht das Objektiv aufnimmt. Die Apertur des Kondensors sollte deshalb an die numerische Apertur des Objektivs herankommen, sonst nutzt das Objektiv sein Potenzial nicht aus.
Bauformen im Überblick
| Bauform | Merkmal | Einsatz |
|---|---|---|
| Abbe-Kondensor | zwei Linsen, Apertur etwa 1,25 | Standard in Schule und Hobby |
| Achromatisch-aplanatisch | mehrere Linsen, korrigiert, bis etwa 1,4 | Forschung, Fotografie |
| Dunkelfeldkondensor | Ringblende, hohlkegelförmiges Licht | Dunkelfeldmikroskopie |
| Blendenscheibe | feste Öffnungen, kein Linsensystem | Kinder-Einsteigermodelle |
Der Abbe-Kondensor ist nach dem Jenaer Optiker Ernst Abbe benannt, der ihn in den 1870er-Jahren entwickelte. Er enthält die Aperturblende als Irisblende direkt unter der Linse.
Richtig einstellen
- Fahre den Kondensor zunächst nahe an die Unterseite des Objekttischs und korrigiere die Höhe dann, bis das Bild der Feldblende scharf ist.
- Stelle die Aperturblende auf etwa zwei Drittel bis vier Fünftel der Objektivöffnung.
- Zentriere ihn bei Köhlerscher Beleuchtung, siehe Köhlern.
Nicht zum Dimmen missbrauchen: Wer das Bild über die Kondensorhöhe abdunkelt, verändert die Beleuchtungsgeometrie und verliert Auflösung. Zum Abdunkeln gehört ein Dimmer an der Lampe oder ein Graufilter.
Zahlenbeispiel
Ein 100x-Ölobjektiv mit NA 1,25 braucht einen Kondensor mit mindestens ähnlicher Apertur. Ein einfacher Kondensor mit NA 0,65 würde die Auflösung auf das Niveau eines 40x-Objektivs begrenzen, obwohl das Objektiv mehr könnte.
Wann sich ein besserer Kondensor lohnt
Für Objektive bis 40x mit einer Apertur um 0,65 reicht ein einfacher Abbe-Kondensor völlig aus. Erst bei Fotografie und 100x-Ölobjektiven machen korrigierte Kondensoren einen sichtbaren Unterschied, denn sie beseitigen Farb- und Kugelfehler im Beleuchtungsstrahl. Liegt die benötigte Apertur über 1, wird auch zwischen Kondensor und Objektträger ein Tropfen Immersionsöl gegeben. Für Einsteiger ist das meist unnötig; wichtiger ist, dass der Kondensor überhaupt höhenverstellbar und zentrierbar ist.
Ausbauen und reinigen
Staub und Fingerabdrücke auf der Oberlinse erscheinen als Flecken im Bild. Reinige die Linse nur mit Linsenpapier. Zum Ausbauen löst Du die Klemmschraube seitlich am Halter; notiere vorher Höhe und Position, damit Du die Einstellung wiederfindest.
Verwandte Begriffe
- Aperturblende – sitzt im Kondensor
- Leuchtfeldblende – ihr Gegenstück am Lampenausgang
- Dunkelfeldmikroskopie – nutzt einen speziellen Kondensor
- Durchlicht – das Verfahren, das ihn braucht
- Passende Bestenliste: Lichtmikroskope im Vergleich
Häufige Fragen
Wozu dient ein Kondensor am Mikroskop?
Er bündelt das Licht und bestimmt den Öffnungswinkel des Lichtkegels. Dadurch beeinflusst er Helligkeit, Kontrast und die nutzbare Auflösung.
Was ist der Unterschied zwischen Abbe-Kondensor und einer Blendenscheibe?
Der Abbe-Kondensor ist ein Linsensystem mit regelbarer Aperturblende und höhenverstellbar. Die Blendenscheibe hat nur feste Löcher in einer drehbaren Scheibe und kein Linsensystem.
Quellen
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