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Aperturblende: Kontrast und Auflösung im Gleichgewicht

Ein Hebel unter dem Objekttisch entscheidet, ob das Bild flau, kontrastreich oder beugungsgestört wirkt.

Mikroskop-Beleuchtung im Überblick

Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Die Aperturblende ist eine Irisblende im Kondensor, die den Öffnungswinkel des Beleuchtungskegels festlegt. Sie regelt den Kompromiss zwischen Kontrast und Auflösung, nicht die Helligkeit.

Inhalt
  1. Warum nicht einfach ganz öffnen
  2. Faustregel mit Rechenbeispiel
  3. Helligkeit richtig dosieren
  4. Die Objektivpupille als Maßstab
  5. Verwandte Begriffe

Die Aperturblende sitzt als verstellbare Irisblende im Kondensor und bestimmt, wie weit sich der Lichtkegel öffnet, der das Präparat trifft. Weit offen kommt viel Licht aus vielen Winkeln, eng gestellt nur ein schmales Bündel.

Warum nicht einfach ganz öffnen

Ein breiter Kegel liefert maximale Auflösung, bringt aber Streulicht ins Bild. Transparente Präparate wie Zwiebelhaut oder Mundschleimhaut wirken dann flau, weil kaum Kontrast entsteht. Eine zu eng geschlossene Blende erhöht den Kontrast, verursacht aber Beugungssäume und mindert die Auflösung. Die richtige Stellung liegt dazwischen.

StellungKontrastAuflösungRisiko
Ganz offenniedrigmaximalStreulicht, flaues Bild
Zwei Drittel bis vier Fünftelgutfast vollkaum
Stark geschlossenhochdeutlich geringerBeugungssäume

Faustregel mit Rechenbeispiel

Stelle die Blende so ein, dass sie etwa zwei Drittel bis vier Fünftel der Objektivöffnung ausleuchtet. Dazu nimmst Du das Okular heraus und siehst in den Tubus auf die helle Scheibe der Objektivpupille. Bei einem 40x-Objektiv mit numerischer Apertur 0,65 entspricht das einer Kondensor-Apertur von etwa 0,45 bis 0,5. Bei Präparaten mit sehr geringem Kontrast, etwa ungefärbten Zellen, darf die Blende bewusst etwas enger stehen.

Nicht verwechseln: Die Aperturblende verändert den Kegelwinkel und damit die Bildqualität. Die Leuchtfeldblende begrenzt dagegen nur die Fläche des beleuchteten Feldes. Beide stellst Du unabhängig voneinander ein.

Helligkeit richtig dosieren

Wenn das Bild zu hell ist, ist der Dimmer an der Lampe oder ein Neutralfilter das richtige Werkzeug, nicht die Aperturblende. Wer an ihr dreht, um Licht zu sparen, tauscht Auflösung gegen Dunkelheit. Einfache Schülermikroskope haben statt einer Irisblende eine Blendenscheibe mit mehreren Öffnungen; sie erfüllt dieselbe Aufgabe in groben Stufen.

Die Objektivpupille als Maßstab

Als Bezugsgröße dient die Austrittspupille des Objektivs, die sichtbare helle Scheibe, wenn Du ohne Okular in den Tubus blickst. Die Aperturblende erscheint darin als dunkler Kreisrand. Das Okular setzt Du danach wieder ein. Bei Geräten mit Hilfsmikroskop oder Einblicklupe geht die Kontrolle noch bequemer. Wechselst Du das Objektiv, ändert sich die Pupille, und die Blende muss neu angepasst werden. Bei Präparaten mit geringem Kontrast hilft es, die Blende gerade so weit zu schließen, dass Konturen sichtbar werden, ohne dass Beugungsringe auftauchen.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Wie weit soll ich die Aperturblende öffnen?

Als Faustregel auf etwa zwei Drittel bis vier Fünftel der Objektivöffnung. Bei kontrastarmen Präparaten darf sie etwas enger stehen.

Macht die Aperturblende das Bild heller oder dunkler?

Sie ändert die Helligkeit nur nebenbei. Primär steuert sie Kontrast und Auflösung, zum Dimmen eignet sich besser der Lampenregler.

Quellen

  1. Aperturblende – Wikipedia
  2. Köhlersche Beleuchtung – Wikipedia

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