Kurz & knapp
Durchlicht bezeichnet eine Beleuchtung, bei der das Licht von unten durch das Präparat tritt und erst danach ins Objektiv gelangt. Sie eignet sich für dünne, lichtdurchlässige Objekte wie Pflanzenschnitte, Zellen oder Einzeller.
Inhalt
Durchlicht heißt: Die Lampe sitzt unter dem Objekttisch, das Licht läuft durch das Präparat und dann in das Objektiv. Das Mikroskop zeigt, was im Präparat Licht schluckt, streut oder in der Phase verändert.
Der Lichtweg im Durchlicht
Von der Lampe geht das Licht über die Leuchtfeldblende und den Kondensor zum Präparat und weiter ins Objektiv. Der Kontrast entsteht, weil Zellwände, Zellkerne oder Farbstoffe das Licht unterschiedlich stark absorbieren. Das wichtigste Verfahren darauf aufbauend ist die Hellfeldmikroskopie, bei der der Hintergrund hell bleibt und die Strukturen dunkler erscheinen.
Welche Präparate funktionieren
- Dünne Schnitte aus Pflanzen und Gewebe, nur wenige bis einige zehn Mikrometer dick.
- Abstriche und Ausstriche, etwa von der Mundschleimhaut.
- Wassertropfen mit Einzellern, zum Beispiel Pantoffeltierchen.
- Gefärbte Präparate, etwa mit Methylenblau, die den Kontrast erhöhen.
Grenzen: Undurchsichtige Objekte wie Münzen, Platinen oder Insekten bleiben im Durchlicht schwarze Schatten. Für sie brauchst Du Auflicht.
Wie dick darf ein Präparat sein?
Entscheidend ist, dass genug Licht hindurchkommt. Als Faustregel gilt: Je dünner, desto schärfer. Ein Zwiebelhäutchen besteht nur aus einer Zellschicht und lässt sich deshalb bei 100x bis 400x gut betrachten. Dickere Objekte erscheinen unscharf, weil Strukturen aus verschiedenen Ebenen übereinanderliegen.
Durchlicht richtig einstellen
Für gleichmäßige Ergebnisse arbeitest Du mit Köhlerscher Beleuchtung, falls Dein Mikroskop das zulässt. Bei einfachen Geräten genügt es, die Lampe so zu dimmen, dass das Bild nicht blendet, und die Blendenscheibe passend zur Vergrößerung zu wählen.
Kontrast bei ungefärbten Präparaten
Lebende Zellen sind meist farblos und schlucken kaum Licht. Im normalen Hellfeld wirken sie blass. Abhilfe schaffen zwei Wege: Entweder Du färbst das Präparat, oder Du nutzt Kontrastverfahren, die Phasenunterschiede sichtbar machen. Dazu zählen die Dunkelfeldmikroskopie und die Phasenkontrastmikroskopie. Für Hobby und Schule genügt oft schon, die Aperturblende etwas zu schließen, bis Konturen sichtbar werden.
Lichtquellen
Einfache Geräte nutzen einen Spiegel, der Tageslicht umlenkt. Richte ihn nie auf die Sonne, das schädigt die Augen. Moderne Geräte besitzen eine LED im Fuß: kühl, langlebig, dimmbar und mit einer Farbtemperatur von meist 5000 bis 6500 Kelvin. Halogenlampen sind wärmer und gelblicher, erwärmen aber Präparat und Tisch.
Verwandte Begriffe
- Auflicht – das Gegenstück für undurchsichtige Objekte
- Hellfeldmikroskopie – das Standardverfahren im Durchlicht
- Kondensor – lenkt das Licht aufs Präparat
- Methylenblau – färbt Zellen für mehr Kontrast
- Passende Bestenliste: Lichtmikroskope im Vergleich
Häufige Fragen
Wofür eignet sich Durchlicht?
Für alles, was dünn und lichtdurchlässig ist: Pflanzenzellen, Einzeller, Blutausstriche als biologisches Anschauungsmaterial, gefärbte Schnitte.
Warum sehe ich im Durchlicht bei einer Münze nur Schwarz?
Weil sie das Licht nicht durchlässt. Für undurchsichtige Objekte brauchst Du Auflicht von oben oder seitlich.
Quellen
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