Zum Inhalt springen

Auflicht: Beleuchtung für undurchsichtige Objekte

Wenn Licht nicht durchs Objekt kommt, beleuchtest Du es einfach von oben – so geht Auflicht richtig.

Stereomikroskope im Vergleich

Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Auflicht ist eine Beleuchtung, bei der das Licht von oben oder seitlich auf das Objekt fällt und die reflektierte Strahlung ins Objektiv gelangt. Sie ist die Methode der Wahl für undurchsichtige Gegenstände wie Platinen, Münzen oder Insekten.

Inhalt
  1. Wie Auflicht gelenkt wird
  2. Durchlicht und Auflicht im Vergleich
  3. Typische Probleme und Gegenmittel
  4. Lichtfarbe und Polarisation
  5. Verwandte Begriffe

Auflicht bedeutet, dass die Lampe auf derselben Seite des Objekts sitzt wie das Objektiv. Du siehst das Licht, das die Oberfläche zurückwirft, und damit ihre Form, Farbe und Struktur.

Wie Auflicht gelenkt wird

Bei Stereomikroskopen kommen meist LED-Ringlichter, Schwanenhals-Spots oder seitliche Strahler zum Einsatz. Diese liefern flächiges, schattenarmes oder gerichtetes Licht. Bei Metall- und Halbleitermikroskopen läuft das Licht durch das Objektiv selbst zum Objekt, Fachleute nennen das Epi-Beleuchtung. Ein kleiner Strahlteiler leitet das Licht dabei durch dasselbe Objektiv zurück.

Durchlicht und Auflicht im Vergleich

MerkmalAuflichtDurchlicht
Lichtquelleüber oder neben dem Objektunter dem Objekt
Objekteundurchsichtig, räumlichdünn, transparent
Typische BeispieleMünze, Platine, InsektZwiebelhaut, Einzeller
Vergrößerungmeist niedrig bis mittel40x bis 1000x
Bildeindruckräumlich, mit Oberflächenstrukturflach, mit Zellstrukturen

Typische Probleme und Gegenmittel

  • Reflexe: Glänzende Oberflächen blenden. Hilfreich sind diffuses Licht (weißes Papier als Reflektor) oder Polarisationsfilter.
  • Harte Schatten: Mit einem Ringlicht oder zwei gegenüberliegenden Strahlern wird das Bild gleichmäßiger.
  • Überhitzung: Halogenspots erwärmen empfindliche Objekte. LED-Licht bleibt deutlich kühler.

Tipp beim Löten: Platinen und Lötstellen siehst Du am besten mit Ringlicht von oben und einem Stereomikroskop mit großem Arbeitsabstand. So passt das Lötwerkzeug zwischen Objektiv und Platine. Passende Geräte findest Du im Vergleich Lötmikroskope.

Praxisbeispiel

Eine Biene betrachtest Du bei 20x im Auflicht: Die Haare auf dem Brustabschnitt, die Facettenaugen und die Flügeladern bleiben dreidimensional erkennbar. Im Durchlicht wäre nur der Flügel durchsichtig genug, der Körper bliebe schwarz. Einen Einstieg in solche Beobachtungen bietet Insekten unter dem Mikroskop.

Lichtfarbe und Polarisation

Wähle für Auflicht neutralweißes Licht von etwa 5000 bis 6500 Kelvin. Warmweißes Licht verfälscht Farben, was bei Mineralien oder Lötstellen stört. Bei stark glänzenden Oberflächen helfen zwei gekreuzte Polarisationsfilter, einer vor der Lampe, einer vor dem Objektiv. Sie löschen Spiegelungen weitgehend aus und zeigen die Struktur darunter.

Ringlicht oder Schwanenhals?

Ein Ringlicht umgibt das Objektiv und beleuchtet gleichmäßig von allen Seiten, ideal für Platinen und flache Objekte. Zwei Schwanenhalsspots liefern Schräglicht, das Relief betont, zum Beispiel die Prägung einer Münze. Mit nur einem Spot entstehen harte Schatten, die Du mit einem hellen Papier als Reflektor mildern kannst.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Wofür brauche ich Auflicht?

Für alles, was kein Licht durchlässt, etwa Münzen, Platinen, Mineralien und Insekten. Das Licht fällt von oben oder von der Seite auf das Objekt.

Kann ich mit Auflicht auch Zellen betrachten?

Kaum. Zellen sind transparent und bleiben im Auflicht kontrastarm. Dünne, durchscheinende Präparate gehören ins Durchlicht.

Quellen

  1. Auflichtmikroskopie – Wikipedia
  2. Stereomikroskop – Wikipedia

* Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Werbehinweis