Kurz & knapp
Die Sehfeldzahl (SFZ) gibt den Durchmesser des Zwischenbildes im Okular in Millimetern an. Teilst Du sie durch die Vergrößerung des Objektivs, erhältst Du den Durchmesser des sichtbaren Objektausschnitts.
Inhalt
Die Sehfeldzahl, abgekürzt SFZ, steht am Okular neben der Vergrößerung, zum Beispiel „10x/20“. Die 20 bedeutet: Das Zwischenbild, das die Feldblende im Okular begrenzt, hat einen Durchmesser von 20 Millimetern. Je größer die Zahl, desto mehr vom Präparat siehst Du auf einmal.
Die Formel
Objektfelddurchmesser = Sehfeldzahl ÷ Vergrößerung des Objektivs. Die Vergrößerung des Okulars spielt in dieser Formel keine Rolle, denn sie bestimmt nur, wie groß Du das Zwischenbild wahrnimmst. Liegt zwischen Objektiv und Okular ein Zusatzfaktor, etwa ein Zoomsystem, rechnest Du ihn in den Nenner ein.
Beispiel: Ein Okular 10x/20 und ein 40x-Objektiv ergeben 20 ÷ 40 = 0,5 Millimeter Sehfeld. Mit einem 4x-Objektiv sind es 5 Millimeter.
Tabelle: Sehfeld bei gängigen Kombinationen
| Objektiv | SFZ 18 | SFZ 20 | SFZ 22 |
|---|---|---|---|
| 4x | 4,5 mm | 5,0 mm | 5,5 mm |
| 10x | 1,8 mm | 2,0 mm | 2,2 mm |
| 40x | 0,45 mm | 0,50 mm | 0,55 mm |
| 100x | 0,18 mm | 0,20 mm | 0,22 mm |
Wofür brauchst Du die Zahl?
- Größe abschätzen: Bei Okular 10x/20 und 10x-Objektiv ist das Sehfeld 2 Millimeter breit. Ein Pantoffeltierchen von etwa 0,2 Millimetern füllt dann ein Zehntel des Durchmessers. So schätzt Du Größen auch ohne objektmikrometer. Mehr zu den Tieren: Pantoffeltierchen.
- Okulare vergleichen: Ein Weitfeldokular mit höherer SFZ zeigt mehr vom Bild, ohne dass die Vergrößerung steigt. Das ermüdet die Augen weniger.
- Zählen: In der Zellzählung und Pathologie werden Sehfelder als Flächenmaß genutzt. Bei SFZ 20 und 40x-Objektiv entspricht ein Sehfeld rund 0,2 Quadratmillimetern.
Sehfeld nachmessen
Ob die Herstellerangabe stimmt, prüfst Du mit einem Objektmikrometer, einem Objektträger mit eingravierter Skala. Üblich ist ein Millimeter in 100 Teile geteilt, jeder Teilstrich misst also 0,01 Millimeter. Zählst Du bei 10x-Objektiv und SFZ 20 etwa 200 Teilstriche über den Durchmesser, stimmt die Rechnung. Abweichungen von einigen Prozent sind normal, etwa durch Zwischenoptiken im Tubus.
Bei Stereomikroskopen gilt dasselbe Prinzip, nur mit Zoom: Teile die SFZ durch den Faktor aus Objektiv und Zoom. Mit Okular 10x/20 und einem Gesamtfaktor von 2 erhältst Du 10 Millimeter Sehfeld, ideal für Platinen und Münzen.
Praxisbezug und Grenzen
Gängige Werte sind 18, 20, 22 und 25 Millimeter. Bei Kindermikroskopen ist die SFZ oft nicht angegeben. Dann hilft ein okularmikrometer mit Objektmikrometer, die tatsächliche Größe auszumessen. Außerdem gilt: Die Randschärfe leidet bei sehr großen Sehfeldern, wenn das Objektiv nicht plan korrigiert ist. Beliebige Kombinationen rechnet der Vergrößerungsrechner.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was bedeutet Sehfeldzahl beim Okular?
Sie gibt den Durchmesser des Zwischenbildes im Okular in Millimetern an. Je höher die Zahl, desto größer ist der sichtbare Bildausschnitt. Typisch sind Werte zwischen 18 und 25.
Wie berechne ich das Sehfeld am Mikroskop?
Teile die Sehfeldzahl durch die Vergrößerung des Objektivs. Beispiel: 20 geteilt durch 10 ergibt 2 Millimeter. Zoom- oder Zwischenoptiken musst Du zusätzlich in den Nenner einrechnen.
Beeinflusst die Okularvergrößerung das Sehfeld?
Nicht in der Rechnung. Der Objektfelddurchmesser hängt nur von Sehfeldzahl und Objektiv ab. Die Okularvergrößerung beeinflusst, wie groß das Bild erscheint, nicht wie viel vom Präparat sichtbar ist.
Quellen
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