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Parfokal: Warum das Bild beim Objektivwechsel scharf bleibt

Parfokale Objektive liegen in einer Bezugsebene, deshalb bleibt das Bild beim Wechsel nahezu scharf.

Zu den Schülermikroskopen

Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Ein Mikroskop ist parfokal, wenn der Fokus beim Wechsel zwischen den Objektiven am Revolver erhalten bleibt. Man muss danach nur noch mit dem Feintrieb leicht nachstellen statt neu zu suchen.

Inhalt
  1. Wie es technisch gelöst ist
  2. So arbeitest Du damit
  3. Warum das Fokussieren bei stärkeren Objektiven heikel ist
  4. Praxisbeispiel Schulmikroskop
  5. Verwandte Begriffe

Der Begriff beschreibt eine Eigenschaft des Systems aus Objektiven und Revolver. In der Fotografie nennt man Zoomobjektive parfokal, wenn der Fokus beim Zoomen erhalten bleibt. In der Mikroskopie meint der Begriff etwas Ähnliches, aber über mehrere Festbrennweiten hinweg.

Wie es technisch gelöst ist

Jedes Objektiv hat eine Bezugsebene am Gewindeansatz. Der Abstand von dieser Ebene bis zur scharf abgebildeten Objektebene ist normiert und wird als parfokale Distanz bezeichnet. Bei Leica, Olympus und Zeiss beträgt sie 45 Millimeter, bei Nikon im modernen CFI60-System 60 Millimeter. Ist die Distanz bei allen Objektiven gleich, liegt die Schärfeebene nach dem Wechsel an derselben Stelle. Ein schwaches Objektiv ist kürzer als ein starkes, die Hersteller gleichen den Unterschied deshalb in der Objektivfassung aus.

In der Praxis gilt die Parfokalität nur näherungsweise. Toleranzen, abweichende Deckglasdicken und billige Revolver sorgen dafür, dass ein Nachfokussieren trotzdem nötig bleibt.

So arbeitest Du damit

  1. Beginne mit dem schwächsten Objektiv, etwa 4×, und stelle das Präparat mit dem Grobtrieb scharf.
  2. Zentriere die interessante Stelle im Sichtfeld.
  3. Drehe den Objektivrevolver auf die nächste Stufe, ohne den Tisch zu bewegen.
  4. Korrigiere nur mit dem Feintrieb; den Grobtrieb lässt Du in Ruhe.

Warum das Fokussieren bei stärkeren Objektiven heikel ist

Je stärker das Objektiv, desto kürzer ist der Arbeitsabstand zum Deckglas. Bei einem 4×-Objektiv liegt er oft bei mehr als 10 Millimetern, bei einem 100×-Ölimmersionsobjektiv dagegen häufig unter 0,3 Millimetern. Wegen der Parfokalität ist die Frontlinse beim Wechsel aber meist schon nahe an der richtigen Position. Fokussierst Du dann mit dem Grobtrieb, kannst Du das Präparat durchstoßen und die Linse zerkratzen. Auch die Schärfentiefe wird mit steigender Vergrößerung kleiner, deshalb erscheint das Bild nach dem Wechsel schnell unscharf.

Vorsicht: Fokussiere bei hoher Vergrößerung immer vom Präparat weg, nicht darauf zu. Ein stabiler Anschlag am Stativ schützt zusätzlich.

Praxisbeispiel Schulmikroskop

Bei einem typischen Schülermikroskop mit den Objektiven 4×, 10× und 40× und einem 10×-Okular kommst Du auf 40-, 100- und 400-fache Gesamtvergrößerung. Fokussierst Du bei 40-fach auf eine Zwiebelzelle und drehst auf 100-fach, liegt die Zelle meist noch im Sichtfeld und braucht nur eine kleine Korrektur am Feintrieb. Bei 400-fach reicht oft schon ein Hauch. Das spart Zeit und schützt das Präparat. Ohne Parfokalität müsstest Du nach jedem Wechsel das Objekt neu suchen, was bei lebenden Einzellern kaum gelingt.

Beim Kauf eines Mikroskops gilt: Hobbygeräte mit Kunststoffrevolver sind selten perfekt parfokal. Prüfe, ob das Bild nach dem Wechsel nur leicht nachgestellt werden muss. Gebrauchte Objektive unterschiedlicher Hersteller lassen sich oft nicht mischen, weil sich Gewinde, parfokale Distanz und Tubuslänge unterscheiden.

Verwandte Begriffe

Welches Gerät sich zum Üben eignet, zeigt unser Vergleich der Schülermikroskope.

Häufige Fragen

Was bedeutet parfokal beim Mikroskop?

Das Bild bleibt beim Wechsel des Objektivs fast scharf. Man muss nur wenig mit dem Feintrieb nachstellen.

Wie groß ist die parfokale Distanz?

Bei Leica, Olympus und Zeiss 45 Millimeter, bei Nikon CFI60 60 Millimeter. Objektive mit unterschiedlicher Distanz lassen sich nicht ohne Ausgleich mischen.

Warum bleibt das Bild trotzdem manchmal unscharf?

Toleranzen im Revolver, abweichende Deckglasdicken und unterschiedliche Schärfentiefen führen dazu, dass ein leichtes Nachfokussieren nötig ist.

Quellen

  1. Parfokalität – Wikipedia
  2. Infinity Optical Systems – Evident

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