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Trinokular: Der dritte Ausgang für die Kamera

Zwei Okulare plus ein Ausgang für die Kamera: So arbeitet ein trinokularer Mikroskopkopf.

Mikroskop-Kameras

Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Ein trinokularer Mikroskopkopf hat zwei Okulare für beide Augen und einen dritten Ausgang für eine Kamera. Du kannst so beobachten und gleichzeitig fotografieren oder filmen.

Inhalt
  1. So funktioniert die Lichtaufteilung
  2. Anschluss der Kamera
  3. Rechenbeispiel: Was sieht die Kamera?
  4. Wann lohnt sich ein Trinokular?
  5. Häufige Stolpersteine
  6. Verwandte Begriffe

Trinokular bedeutet „mit drei Ausgängen“. Zwei davon gehören zu den Okularen, der dritte führt Licht zu einer Kamera. Der Kopf ist damit eine Erweiterung des binokularen Aufbaus.

So funktioniert die Lichtaufteilung

Im tubus sitzt ein Strahlteiler. Er verteilt das Licht auf die Augen und die Kamera. Bei vielen Geräten lässt sich das Verhältnis umschalten, etwa die volle Lichtmenge zu den Okularen, geteilt oder voll zur Kamera. Für lichtschwache Aufnahmen, zum Beispiel bei Fluoreszenz, ist die Stellung „alles zur Kamera“ nützlich, weil jedes Photon zählt.

Anschluss der Kamera

Am dritten Ausgang sitzt ein Rohr mit Normanschluss. Üblich ist der C-Mount, ein Gewinde von einem Zoll Durchmesser, das viele Industriekameras nutzen. Dazwischen liegt oft ein Adapter, der das Zwischenbild auf den Kamerasensor abbildet. Ein Reduktionsadapter von 0,5x vergrößert das Sehfeld auf dem Sensor, weil das Bild kleiner abgebildet wird. Ist der Sensor größer als der Bildkreis, entstehen schwarze Ecken. Ist er kleiner, siehst Du nur einen Ausschnitt.

OptionVorteilNachteil
Trinokularer Kopf mit KameraFester Sitz, gleichzeitig beobachten und aufnehmenTeurer, schwerer
OkularkameraGünstig, passt in jedes OkularrohrKein gleichzeitiges Beobachten
Smartphone-AdapterSehr einfachWackelanfällig, Randabschattung

Rechenbeispiel: Was sieht die Kamera?

Ein Okular mit Sehfeldzahl 20 zeigt bei einem 10x-Objektiv einen Objektbereich von 2 Millimetern. Eine Kamera mit 1/2-Zoll-Sensor (6,4 mal 4,8 Millimeter) und einem 0,5x-Adapter erfasst im Zwischenbild 12,8 Millimeter Breite. Geteilt durch die 10fache Objektivvergrößerung sind das 1,28 Millimeter im Objekt. Die Kamera sieht also einen Ausschnitt, der kleiner ist als das Okularbild. Mit einem 1x-Adapter wäre er sogar nur 0,64 Millimeter breit.

Wann lohnt sich ein Trinokular?

Wenn Du regelmäßig Präparate dokumentierst, Zeitraffer drehst oder Bilder für Berichte brauchst, spart der feste Anschluss Zeit und Nerven. Für gelegentliche Fotos ist eine Okularkamera oder ein Handyadapter die schlankere Wahl. Passende Kameras beschreibt unsere Seite Mikroskop-Kameras. Geräte mit Kopf in Bino- oder Trinoausführung findest Du in der Bestenliste der Lichtmikroskope.

Gut zu wissen: Achte darauf, dass Kamera und Okulare dieselbe Schärfe zeigen. Gute Systeme haben dafür einen parfokalen Abgleich (Parfokalität). Sonst musst Du bei jedem Wechsel nachfokussieren.

Häufige Stolpersteine

Viele Käufer unterschätzen den Zusatzaufwand. Eine Kamera muss mechanisch sauber sitzen, sonst wackelt das Bild bei jeder Berührung. Der Adapter bestimmt, wie viel vom Sehfeld auf den Sensor passt, und Staub auf dem Sensor erscheint als dunkle Flecken im Bild. Plane außerdem Platz für Kabel und eine Stromversorgung ein. Bei Fragen zu Anschlüssen hilft die Herstellerangabe zum Kameraport.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen binokular und trinokular?

Beide haben zwei Okulare. Das trinokulare Mikroskop hat zusätzlich einen dritten Ausgang für eine Kamera. Beim Binokular kannst Du nur über einen Okularadapter fotografieren.

Welcher Anschluss ist bei trinokularen Mikroskopen üblich?

Meist ein C-Mount-Anschluss, teilweise mit Reduktionsadapter. Es gibt auch herstellerspezifische Lösungen. Prüfe die Herstellerangabe, bevor Du eine Kamera kaufst.

Brauche ich ein Trinokular für Fotos?

Nicht unbedingt. Für gelegentliche Aufnahmen reichen Okularkameras oder Handyadapter. Ein trinokularer Kopf lohnt sich bei regelmäßiger Dokumentation und wenn Du gleichzeitig durch die Okulare arbeiten willst.

Quellen

  1. Lichtmikroskop – Wikipedia
  2. Mikroskop – Wikipedia
  3. Microscope Master – Siedentopf Binocular Head

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