Kurz & knapp
Der C-Mount ist ein genormtes Gewindeanschluss für Kameras mit einem Außendurchmesser von 1 Zoll und 32 Gängen pro Zoll. Er ist der übliche Anschluss für Kameras am Fototubus eines Mikroskops.
Inhalt
Der Anschluss stammt aus der Schmalfilmtechnik der 1920er Jahre und wurde später bei Videokameras und Überwachungskameras verbreitet. Er ist ein Gewinde, kein Bajonett. Der Außendurchmesser beträgt 1 Zoll, also 25,4 mm, mit einer Steigung von 1/32 Zoll. Das Auflagemaß, also der Abstand zwischen Gewindeflansch und Bildebene, liegt bei 17,526 mm.
C-Mount und CS-Mount
Der verwandte CS-Mount hat dasselbe Gewinde, aber ein kürzeres Auflagemaß von 12,5 mm. Mit einem 5 mm dicken Zwischenring passt ein C-Mount-Objektiv an eine CS-Kamera. Umgekehrt funktioniert es nicht. Ein CS-Objektiv an einer C-Mount-Kamera findet keinen Fokus.
Im Mikroskop
An einem Trinokular-Tubus sitzt der Kameraausgang. Zwischen Tubus und Sensor steckt oft ein C-Mount-Adapter. Ein Adapter mit 1× Vergrößerung bildet das Bild des Tubus ohne Skalierung auf den Sensor ab. Reduzieradapter (zum Beispiel 0,5×) verkleinern das Bild, damit das gesamte Sichtfeld auf den Chip passt. Ohne passenden Adapter siehst Du nur einen Ausschnitt oder schwarze Ecken.
Moderne Mikroskope verzichten auf zusätzliche Nachvergrößerung, weil das Bild des Objektivs groß genug ist, um kleine Sensoren zu füllen. Der Maßstab ergibt sich dann aus der Darstellung des kleinen Sensorbildes auf dem großen Bildschirm.
| Anschluss | Auflagemaß | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| C-Mount | 17,526 mm | Mikroskopkameras, Industriekameras |
| CS-Mount | 12,5 mm | Überwachungskameras, Kompaktkameras |
Ein Beispiel aus der Praxis
Dein Trinokular-Mikroskop hat einen Fotoausgang mit C-Mount-Gewinde. Du schraubst eine Kamera mit einem 1/2-Zoll-Sensor an. Ohne Adapter zeigt der Chip nur den mittleren Teil des Okularbilds, weil das Zwischenbild größer ist als der Sensor. Mit einem 0,5×-Reduzieradapter halbiert sich das Bildfeld, und der Sensor erfasst fast das ganze Sehfeld. Der Nachteil: Jedes Detail wird kleiner abgebildet. Bei einem 40×-Objektiv bleibt das meist unkritisch, da die Pixel fein genug sind. Bei sehr kleinen Sensoren ist ein Adapter dagegen eher hinderlich.
Worauf Du beim Kauf achtest
- Passt der Adapter zum Tubusdurchmesser Deines Mikroskops? Viele Hobbygeräte haben nur einen Okulartubus mit 23,2 mm Steckmaß und keinen C-Mount-Ausgang.
- Passt der Bildkreis zum Sensor? Ein Adapter für einen kleinen Sensor erzeugt bei einem größeren Chip dunkle Ränder (Vignettierung).
- Ist die Kamera parfokal mit dem Okularbild? Sonst stimmt der Fokus am Bildschirm nicht mit dem im Okular überein.
Gut zu wissen: Bei einfachen Okularkameras, die statt eines Okulars in den Tubus gesteckt werden, brauchst Du keinen C-Mount. Die Qualität hängt dann vom Okular und der Optik der Kamera ab.
Verwandte Begriffe
Passende Kameras stellt unsere Seite zur Mikroskop-Kamera vor.
Häufige Fragen
Wofür steht C-Mount?
Es ist ein genormtes 1-Zoll-Gewinde mit 17,526 mm Auflagemaß. In der Mikroskopie dient es zum Anschluss von Kameras an den Fototubus.
Was ist der Unterschied zwischen C-Mount und CS-Mount?
Das Gewinde ist gleich, das Auflagemaß aber nicht: 17,526 mm bei C-Mount und 12,5 mm bei CS-Mount. Mit einem 5 mm Zwischenring kann ein C-Mount-Objektiv an eine CS-Kamera.
Brauche ich einen Adapter mit Verkleinerung?
Oft ja. Ein Adapter mit 0,5× oder ähnlicher Verkleinerung sorgt dafür, dass das Sichtfeld auf den Sensor passt und keine Ränder abgeschnitten werden.
Quellen
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