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Tubus am Mikroskop: Mono, Bino, Trinokular erklärt

Das Rohr zwischen Okular und Objektiv entscheidet über Komfort, Kamera-Anschluss und Bildqualität.

Binokular oder monokular entscheiden

Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Der Tubus ist das Rohr oder Gehäuse, das Objektiv und Okular verbindet und den Strahlengang sauber führt. Klassisch beträgt die mechanische Tubuslänge 160 Millimeter; moderne Geräte nutzen Unendlich-Optik mit separater Tubuslinse.

Inhalt
  1. Tubuslänge und Optik
  2. Bauformen im Überblick
  3. Was Du einstellen kannst
  4. Fotoausgang und Kamera
  5. Verwandte Begriffe

Der Tubus verbindet das Objektiv mit dem Okular und hält beide in einem definierten Abstand. Im Inneren führt er das Licht, schirmt es gegen Streulicht ab und kann Prismen oder Spiegel tragen, die den Einblick neigen.

Tubuslänge und Optik

Bei klassischen Mikroskopen ist der Abstand zwischen Objektivflansch und Okularanschlag auf 160 Millimeter genormt, auf Objektiven oft als „160“ vermerkt. Moderne Geräte nutzen Unendlich-Optik: Das Objektiv liefert paralleles Licht, und eine Tubuslinse im Tubus erzeugt erst dann das Zwischenbild. Die Brennweite dieser Tubuslinse unterscheidet sich je nach Hersteller und liegt grob zwischen 164 und 200 Millimetern. Objektive verschiedener Hersteller sind deshalb nicht beliebig kombinierbar.

Bauformen im Überblick

TubusOkulareBesonderheit
Monokular1einfach, günstig, ermüdet schneller
Binokular2entspanntes Sehen mit beiden Augen
Trinokular2 + Fotoausgangzusätzlicher Anschluss für Kamera

Weiteres zu den Unterschieden findest Du bei Binokular und Trinokular.

Was Du einstellen kannst

  • Einblickwinkel: Bei vielen Geräten um 30 bis 45 Grad geneigt – das schont Nacken und Rücken.
  • Augenabstand: Beim Binokulartubus schiebst Du die Okulare auseinander, bis ein rundes Bild entsteht. Erwachsene liegen meist zwischen 55 und 75 Millimetern, siehe Pupillenabstand.
  • Dioptrienausgleich: Gleicht unterschiedliche Sehstärken beider Augen aus.

Gut zu wissen: Beim Binokulartubus teilt ein Prisma das Licht auf beide Okulare. Jedes Auge sieht das gleiche Bild; ein räumlicher Eindruck entsteht erst beim Stereomikroskop, das zwei getrennte Strahlengänge nutzt.

Fotoausgang und Kamera

Ein Trinokulartubus besitzt neben den beiden Okularen einen dritten Ausgang für eine Kamera. Dort sitzt häufig ein C-Mount-Adapter, siehe C-Mount, der die Kamera mit dem Mikroskop verbindet. Der Sensor muss zur Optik passen, sonst entsteht Vignettierung oder zu viel ungenutzte Fläche, siehe Kamerasensor. Wer nur gelegentlich fotografiert, kann alternativ eine Okularkamera in einen Okularschacht stecken, anstelle eines Okulars.

Warum der Binokulartubus ermüdungsärmer ist

Wer lange mikroskopiert, entspannt mit beiden Augen. Ein zugekniffenes Auge verspannt die Gesichtsmuskeln. Wichtig ist, beide Okulare scharf zu stellen: Fokussiere zuerst mit dem Auge, dessen Okular fest steht, und gleiche dann das andere Okular über den Dioptrienausgleich an. Bei Kindern und Brillenträgern lohnt es sich, den Augenabstand besonders sorgfältig einzustellen.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Wofür steht die Tubuslänge 160?

Die 160 Millimeter sind der klassische Abstand zwischen Objektivflansch und Okularanschlag. Objektive mit dieser Angabe sind dafür gerechnet.

Binokular oder monokular – was ist besser?

Für längeres Mikroskopieren ist der Binokulartubus komfortabler, weil beide Augen entspannt bleiben. Monokular ist günstiger, aber ermüdender.

Quellen

  1. Tubus (Mikroskop) – Wikipedia
  2. Infinity Optical Systems – Nikon MicroscopyU

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