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Konfokales Mikroskop: Optische Schnitte und 3D-Bilder

Eine Lochblende, ein Laser und viele Ebenen: So entstehen scharfe 3D-Bilder aus dicken Proben.

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Redaktion Mikroskop-RatgeberAktualisiert am

Kurz & knapp

Ein konfokales Mikroskop beleuchtet die Probe Punkt für Punkt und blendet mit einer Lochblende alles Licht außerhalb der Fokusebene aus. Daraus entstehen scharfe optische Schnitte, die sich zu einem 3D-Bild stapeln lassen.

Inhalt
  1. So funktioniert es
  2. Bauformen
  3. Optische Schnitte und Z-Stapel
  4. Auflösung und Grenzen
  5. Praxisbezug
  6. Verwandte Begriffe

Ein konfokales Mikroskop ist ein Lichtmikroskop, das nie das ganze Sehfeld auf einmal abbildet. Es tastet die Probe Punkt für Punkt ab und baut das Bild im Computer zusammen. Der Name kommt von „gleicher Fokus“: Beleuchtungs- und Beobachtungspunkt liegen exakt im selben Fokus.

So funktioniert es

Ein Laserstrahl wird auf einen winzigen Punkt in der Probe fokussiert. Das dort ausgesandte Licht, meist Fluoreszenzlicht, läuft zurück und passiert eine Lochblende (englisch Pinhole) vor dem Detektor. Licht aus Ebenen über oder unter dem Fokus trifft die Blende außerhalb der Öffnung und wird blockiert. Spiegel lenken den Strahl zeilenweise über die Probe, ein empfindlicher Detektor misst die Helligkeit jedes Punktes.

Die Idee geht auf Marvin Minsky zurück, der 1957 ein Patent dafür anmeldete. Erst Laser und schnelle Computer machten das Verfahren alltagstauglich.

Bauformen

Am weitesten verbreitet ist das Laser-Scanning-Mikroskop, bei dem ein einzelner Laserpunkt über die Probe wandert. Schneller arbeiten Linienscanner, die eine ganze Bildzeile auf einmal erfassen, und Spinning-Disk-Systeme. Bei diesen rotiert eine Scheibe mit vielen Lochblenden und tastet viele Punkte gleichzeitig ab. Das ist wichtig für lebende Zellen, die sich bewegen und nicht lange Licht vertragen.

Optische Schnitte und Z-Stapel

Statt die Probe physisch zu schneiden, fokussiert das Gerät Schicht für Schicht in die Tiefe. Jede Aufnahme zeigt nur eine dünne Ebene. Hunderte Schichten ergeben einen Z-Stapel, aus dem Software ein dreidimensionales Modell berechnet. Dicke Präparate wie ganze Embryonen oder Gewebe bleiben dabei intakt.

EigenschaftNormales FluoreszenzmikroskopKonfokalmikroskop
BildaufbauGesamtes Sehfeld gleichzeitigPunkt für Punkt
Streulicht aus anderen EbenenÜberlagert das BildWird ausgeblendet
3D-DatenNicht direktÜber Z-Stapel
AufnahmegeschwindigkeitEchtzeit möglichLangsamer

Auflösung und Grenzen

Die Auflösung liegt seitlich grob bei 0,2 Mikrometern, in der Tiefe bei etwa 0,5 bis 0,8 Mikrometern, je nach objektiv und Wellenlänge. Das ist besser als beim gewöhnlichen Fluoreszenzmikroskop, aber weit von einem Elektronenmikroskop entfernt. Hohe Laserleistung kann Proben ausbleichen oder schädigen, und die Geräte sind groß, teuer und benötigen Fachpersonal. Ein Rechenbeispiel zeigt den Aufwand: Ein Z-Stapel aus 100 Ebenen mit je 512 mal 512 Bildpunkten besteht aus mehr als 26 Millionen Messwerten, die nacheinander aufgenommen werden.

Praxisbezug

Konfokalmikroskope stehen in Forschungsinstituten, Kliniken und zentralen Geräteeinrichtungen von Hochschulen, für Biologie ebenso wie für Materialforschung. Zu Hause brauchst Du so etwas nicht. Für Schule und Hobby reicht ein gutes Lichtmikroskop. Welche Geräte im Vergleich gut abschneiden, siehst Du in der Bestenliste der Lichtmikroskope. Die Bedeutung der numerischen Apertur gilt auch hier: Je höher sie ist, desto dünner der optische Schnitt.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Was ist der Vorteil eines konfokalen Mikroskops?

Es erzeugt scharfe Bilder einzelner Ebenen, weil Streulicht aus anderen Tiefen ausgeblendet wird. Aus mehreren Ebenen berechnet die Software ein 3D-Modell. Dicke Proben lassen sich so ohne Zerschneiden untersuchen.

Wie funktioniert die Lochblende im Konfokalmikroskop?

Sie sitzt vor dem Detektor genau im Zwischenbild und lässt nur Licht aus dem Fokuspunkt durch. Alles andere trifft die Blende und wird abgehalten. Je kleiner die Öffnung, desto dünner der Schnitt, aber desto weniger Licht kommt an.

Kann ich ein Konfokalmikroskop zu Hause nutzen?

Das ist unrealistisch. Die Geräte benötigen Laser, präzise Optik und eine aufwendige Software und sind für Forschungseinrichtungen gebaut. Für Hobby und Schule reichen ein Lichtmikroskop oder ein Stereomikroskop.

Quellen

  1. Konfokalmikroskop – Wikipedia
  2. Fluoreszenzmikroskopie – Wikipedia
  3. Nikon MicroscopyU – Introduction to Fluorescence Microscopy

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